Reise und Mode in Aachen

Los gings am Freitag, als ich von der Arbeit heimgegangen bin und mir mitten auf der Straße eine Frau den Weg versperrt hat. Ich bins zwar gewöhnt jeden Tag auf dem Weg angepöbelt zu werden und ständig nach Geld gefragt zu werden aber das war neu. Als ich versuchte auszuweichen, holte sie ihr Baby vom Rücken (Die Babys werden hier immer auf dem Rücken getragen) und wollte es mir andrehen.

Zunächst habe ich mich an einen sehr bekannten Film über einen Filmriss erinnert, als ich aber merkte, dass sie es ernst meinte, wurde ich doch etwas verlegen. Letztlich habe ich ziemlich oft “awe!” (nein) gesagt und bin schnell ausgewischen. Im halben Laufschritt bin ich schnell zum Bus und nix wie ab. Ich dachte zwar, ich hätte hier einige knifflige Situationen erlebt, aber es kann immer wieder überraschende, neue Extremsituationen geben.

Am freitagabend war ich mit meinen Eltern auf einer “Oldies-Night” mit grosse moden XXL. Hörte sich anfangs sehr langweilig an und der Abend hielt auch, was er versprach. Zum sterben langweilig… Trotzdem war es letztlich ein recht gelungener Abend, hab nämlich bei der Verlosung ne Flasche Brandy gewonnen:)

Samstag war dann ein relativ ruhiger Tag geplant. Nachdem ich mal wieder mit Visa-Problemen rumkämpfen musste, war ich gegen mittag mal wieder bei meinem DVD-Mann, bisschen plaudern und sonst wars noch interessant die letzten Tage hier mit meiner Gastfamilie zu verbringen. Morgen kommen nämlich schon unsere Nachfolger an und ich befürchte danach geht das alles ganz schnell. Aber nun gut ich werde mich mal wieder überraschen lassen.

Da ich ja nicht mehr sonderlich lange hier bin und ab Monatag auch schon unsere Nachfolger kommen,weshalb ich dann auch noch ziemlich beschäftigt sein werde, bin ich diese Woche quasi schon auf Abschiedstour. Es gibt verschiedene Dinge, die ich noch einkaufe, Menschen, denen ich Tschüss sage und vor allen Dingen die Schule…

Mittlerweile habe ich aufgehört zu unterrichten und gehe einfach nur von Klasse zu Klasse, übernehm kurz den Unterricht, helf spontan beim Korrigieren oder plauder einfach nur ein bisschen mit den Kollegen, während die Kids arbeiten. Die meisten sind sehr traurig, dass ich gehe und ich versuche jede Sekunde noch so richtig zu genießen. Gestern hatten wir auch ein Meeting mit allen Mitarbeitern und haben eine kleine “feedback-Runde” gemacht, wobei dieses eigentlich nur aus gegenseitigen Lobeshymnen bestand. Dennoch ein sehr angenehmer und schöner Nachmittag.

Leider musste mein Vater, Clement, die Nacht von gestern auf heute im Krankenhaus verbringen. Glücklicherweise nicht im Zentralkrankenhaus, welches eher Vorkriegszustände aufweist, sondern in einer privaten Klinik, welche wirklich gut ausgestattet ist. Daher habe ich meinen gestrigen Abend bei ihm aufm Zimmer verbracht. Zum Glück war es nichts Ernstes. Er war für eine routine Untersuchung gekommen und die Ärzte wollten ihn nur für eine Nacht dabehalten. Aus Grund dessen hab ich heute morgen auch gewartet bis er heim kam, auf der Schule war man sowieso auf mein Fehlen vorbereitet, da ich ja noch eine Menge andere Dinge erledigen muss. Um zehn Uhr heute morgen bin ich schließlich doch nochmal Richtung Schule aufgebrochen.